Mit dem Motorrad durch den Vercors – Frankreichs spektakuläres Felsenparadies

Wer an Motorradtouren in Frankreich denkt, hat meist die hohen Pässe der Alpen oder die Lavendelfelder der Provence vor Augen. Doch zwischen Grenoble und dem Rhônetal verbirgt sich eine Region, die viele Motorradfahrer als einen der größten Geheimtipps Europas betrachten: der Vercors.

Schon die Anfahrt macht deutlich, dass hier etwas Besonderes wartet. Das mächtige Kalksteinmassiv erhebt sich wie eine natürliche Festung über den umliegenden Tälern. Tiefe Schluchten schneiden sich in die Felsen, während kurvenreiche Straßen scheinbar unmöglich an senkrechten Wänden entlanggeführt werden.

Der Vercors ist kein klassisches Hochgebirge. Statt hoher Alpenpässe dominieren Hochplateaus, Wälder, Schluchten und beeindruckende Felsformationen. Gerade diese Mischung macht den besonderen Reiz für Motorradfahrer aus.

Ein absolutes Highlight ist die legendäre Combe Laval. Die Straße windet sich entlang einer gewaltigen Felswand und bietet Ausblicke, die man so nur selten erlebt. Immer wieder öffnen sich spektakuläre Panoramen über hunderte Meter tiefe Abgründe. Zahlreiche Aussichtspunkte laden dazu ein, den Motor abzustellen und die Landschaft auf sich wirken zu lassen.

Direkt anschließend folgt der Col de la Machine. Die Strecke führt durch eine wilde Felslandschaft mit engen Kurven und beeindruckenden Ausblicken. Obwohl die Straßen fahrerisch anspruchsvoll sind, sind sie meist in gutem Zustand und deutlich weniger befahren als viele bekannte Alpenrouten.

Ein weiterer Höhepunkt ist die Fahrt durch die Gorges de la Bourne. Die Straße verläuft durch eine tiefe Schlucht, vorbei an Felsüberhängen und durch kurze Tunnel. Besonders in den Morgenstunden, wenn die Sonne die Felswände beleuchtet, entsteht eine fast magische Atmosphäre.

Die kleinen Orte des Vercors vermitteln den ursprünglichen Charakter der Region. In Villard-de-Lans, La Chapelle-en-Vercors oder Pont-en-Royans scheint die Zeit etwas langsamer zu vergehen. Cafés und Restaurants laden zu entspannten Pausen ein, während die umliegenden Berge stets präsent bleiben.

Auch geschichtlich hat die Region viel zu bieten. Während des Zweiten Weltkriegs war der Vercors ein bedeutendes Zentrum des französischen Widerstands. Zahlreiche Denkmäler und Museen erinnern bis heute an diese bewegte Vergangenheit.

Motorradfahrer schätzen besonders die Kombination aus Fahrspaß und Naturerlebnis. Die Straßen bieten unzählige Kurven, ohne dabei extremen Verkehr oder überfüllte Passhöhen aufzuweisen. Stattdessen erlebt man eine ruhige, ursprüngliche Landschaft, die sich hinter jeder Kurve neu präsentiert.

Die beste Reisezeit liegt zwischen Mai und Juni sowie im September. Dann sind die Temperaturen angenehm, die Straßen vergleichsweise leer und die Sichtverhältnisse meist hervorragend.

Wer eine größere Frankreich-Tour plant, kann den Vercors ideal mit der Provence, der Verdon-Schlucht oder der Route des Grandes Alpes verbinden. Viele Reisende stellen nach ihrer Rückkehr fest, dass gerade der Vercors das eigentliche Highlight ihrer Reise war.

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